STOPP! Kein Alkohol während der Schwangerschaft

Leben mit FSAD

Veröffentlicht: Montag, 04. November 2019

In der Schwangerschaft ist Alkohol absolut tabu. Trinkt die werdende Mutter trotzdem – auch wenn es nur ein Gläschen ist – kann dies verheerende, lebenslange Folgen für das Ungeborene haben. So kommen jedes Jahr rund 10 000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen zur Welt. Diagnose: FASD (Fetales Alkoholsyndrom). 

Damit das nicht mehr passiert, hat der Kinderschutzbund Kreis Soest e.V. eine Aufklärungskampagne unter dem Motto „Stopp! kein Alkohol während der Schwangerschaft“ gestartet. Nach der Fachtagung, die dazu am Montag in Kooperation mit den Jugendämtern und namhaften Experten in der Soester Stadthalle mit über 500 TeilnehmerInnen stattgefunden hatte, folgen nun zwei Ausstellungen zum Thema.

Den Auftakt machte am Dienstag die Präsentation „FASD und Pflegefamilie – Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom besser verstehen“ der confugium e.V. Ibbenbüren. Sie ist bis zum 15. November im Kreishaus, Hoher Weg 1.3, in Soest zu sehen. Die Ausstellung gibt Informationen zu vielen Fragestellungen rund um FASD. Mit sehr einprägsamen Bildern und Texten werden die Schädigungen des Embryos durch Alkohol, die dadurch entstehenden Folgen für die betro­ffenen Kinder sowie die besonderen Herausforderungen und Leistungen der Pflegefamilien, in denen diese Kinder und Jugendliche aufwachsen, beschrieben.

Ab dem 18.November präsentiert der Kinderschutzbund zudem die Ausstellung ZERO „wenn – schwanger – dann – zero“ des FASD-Netzwerks Nordbayern e.V. in der Hannah-Arendt-Gesamtschule.

Vom 18.11.19 – 29.11.19 ist die Exposition in der Hannah-Arendt-Gesamtschule, Canadischer Weg 16, in Soest zu sehen. Sie startet am 18.11.19 um 9.30Uhr. Für die Eröffnungsveranstaltung und für Schulklassen bis zum 11.11.19 nimmt das Sekretariat der Gesamtschule Anmeldungen entgegen:

Tel: 02921/ 96730 ; gesamtschule@soest.de 

FAKTEN

  • Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist in Deutschland der häufigste Grund für nicht genetische Behinderungen. Schätzungen zu- folge kommen in Deutschland jährlich etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädi- gungen (sog. fetale Alkoholspektrum-Stö- rungen (FASD) auf die Welt. Man vermutet, dass davon mehr als 1.000 Kinder das Voll- bild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS), einer schwerwiegenden geistigen und kör- perlichen Behinderung, aufweisen. (Presse- mitteilung des Bundesministeriums für Ge- sundheit vom 7. September 2018)
  • Menschen mit FAS haben ernste Probleme mit ADS, Impulsivität, Wahrnehmungen und dem Gedächtnis. Während viele der physi- schen Merkmale von FAS mit der Pubertät weniger werden, werden Verhaltens- und emotionale Probleme mit der Pubertät deut- licher. (NIAAA, ninth Special Report, op, cit, p. 229)
  • Etwa 14 Prozent der Frauen gaben an, wäh- rend der Schwangerschaft gelegentlich Al- kohol konsumiert zu haben, regelmäßig getrunken haben nach der Umfrage unter einem Prozent. Dabei gilt: Je höher die Ge- sellschaftsschicht, um so mehr Schwangere haben Alkohol konsumiert. (Vgl. Bergmann, K.E., u.a. (2007). Bundesgesundheitsblatt)