Prünte schreibt: zum Städtezwist zwischen Soest und Lippstadt

 13.09.2019

Der Städtezwist zwischen Soest und Lippstadt ist legendär. Und offenbar ist er immer noch weit mehr als Folklore. Immer noch sticheln und lästern Soester und Lippstädter gegeneinander. Obwohl doch alles klar ist: 1976 wurde Soest im Rahmen der kommunalen Neuordnung zur wichtigsten Stadt im Kreis, erlangte den Status der Kreisstadt. Lippstadt ging leer aus. Später setzte Soest noch eins drauf, entwickelte sich in der Phase von 2000 bis 2015 zur deutlich attraktiveren Stadt. Während Lippstadt über Leerstande und Rückwärtsentwicklung im innerstädtischen Einzelhandel klagen muss, entwickelte Soest seine Innenstadt, siedelte attraktive Händler an, schuf oder behielt wichtige Industriearbeitsplätze, entwickelte Wohnraum, baute das Aquafun und etablierte sich als Hochschulstandort. Kirmes, Weihnachtsmarkt und Soester Fehde wurden weiterentwickelt. Händler, Touristiker und Gastronomen in der Stadt können mehr als zufrieden sein.

Dass Lippstädter vor diesem Hintergrund weiter neidisch gegen Soest sticheln und nörgeln, ist allzu verständlich. Dass aber Soester genau dasselbe tun, obwohl die Schlacht geschlagen ist, muss nachdenklich machen. Hier wird nämlich eine rückwärts gewandter, provinzeller Geist erkennbar. Ein Geist, der den Konflikt aus blanker Lust am Streit weiter pflegen will und letztlich zur Spaltung unserer Gesellschaft beiträgt. Nichts gegen sportlichen Wettbewerb. – Aber muss man als Sieger auch noch in gehässiger Weise mit Füßen auf den am Boden liegenden Verlierer treten? Jahrzehnte nach der Entscheidung über die kommunale Neuordnung ist so eine Haltung nicht die eines souveränen Poahlbürgers, sondern die eines kleingeistigen Spiessbürgers. Zukunft kann so nicht gestaltet werden.

 

 

 

 

 

 

 

ewald.pruente@vsw-soest.de